28. Apr 2017     |    Kontakt    |    Impressum    |    Sitemap    |    Druckversion    |     

Akupunktur

Geschrieben von: Peter Jennrich  
Die Akupunktur gehört zu den ältesten Behandlungsformen, die wir kennen. Über das genaue Alter gibt es verschiedene Angaben, so dass schwer zu sagen ist, bis in welches vorchristliche Jahrtausend die Ursprünge der Akupunktur zurückreichen.
Sinn und Zweck

Das Ziel der Akupunktur ist es, die Lebensenergie in einen ausgewogenen Fluss zu bringen. Dahinter steht die Erkenntnis, dass das Leben nicht still steht, sondern ständig in Bewegung ist.

Auf den menschlichen Körper und seine Lebensvorgänge bezogen spricht die Medizin dabei von Homöostase, was man als „Fliessgleichgewicht“ bezeichnen kann. Die Genialität besteht darin, dass der Mensch in der Lage ist, aus seiner Umwelt die Substanzen aufzunehmen, die zum Aufbau und zum Erhalt seines materiellen Körpers gebraucht werden, und die Stoffe wieder abzugeben, die er nicht mehr benötigt.

Aus der Luft, aus dem Wasser und aus den Früchten der Erde werden Sauerstoff, Vitamine, Mineral- und Nährstoffe vom Körper erkannt, ausgewählt und aufgenommen, und in verschiedene Energieformen umgewandelt, um der Seele, die im Körper wohnt, ein voll funktionsfähiges Haus zu schaffen. Ein Teil der Energie wird in Wärmeenergie umgewandelt, damit die Körpertemperatur von ca. 36,5 Grad Celsius aufrechterhalten werden kann, in der die Stoffwechselvorgänge des Körpers stattfinden. Ein anderer Teil der Energie fließt in den Aufbau und Erhalt der verschiedenen Gewebe und Organe sowie zur Sicherstellung ihrer Aktivität. Dazu zählen die Leistung des Herzens, die Tätigkeit des Gehirns und des Nervensystems, die Muskeltätigkeit, die gewaltige Leistung des Immunsystems sowie viele weitere bewusste und unbewusste Lebensvorgänge. Befindet sich der Mensch in Harmonie und Einklang mit seiner Umwelt, mit seinem Nächsten, mit Tier und Pflanze, sowie allen weiteren Lebensformen,dann ist auch in ihm Harmonie und sein Energiefluss ist frei und eingebettet in den kosmischen Energiefluss, der alles Leben erhält.

Seele und Mensch als Mikrokosmos im Makrokosmos - diese Harmonie ist die bewusste oder unbewusste Sehnsucht, die in uns steckt. Sein und Haben wollen, Aggressionen, Neid, Feindschaft und Gewalttätigkeit, die der Mensch täglich aufs Neue produziert, stören den harmonischen Fluss der Energie im Mikrokosmos Mensch und im Makrokosmos. Disharmonien im Energiefluss des Menschen können zu Unpässlichkeiten, Funktionsbeeinträchtigungen der Organe und schließlich zu Krankheiten führen. Natürlich kann die Harmonie nicht durch einige Nadelstiche mit Akupunkturnadeln wiederhergestellt werden, sondern nur durch ein Umdenken und ein dementsprechend verändertes Verhalten des Einzelnen.

Die Akupunktur sollte in der Regel nicht allein als Therapie stehen, sondern eingebettet sein in einen Behandlungsplan, der andere notwendige Aspekte berücksichtigt, die zur Gesundung nötig sind.
Wirkungsweise

Die Theorie der Akupunktur besagt, dass die Energie im Körper innerhalb bestimmter Bahnen den sogenannten Meridianen verläuft. Dort können Stauungen und andere Blockaden auftreten. Die Energie kann zu langsam oder zu schnell, zu schwach oder zu stark fließen. Durch die Akupunkturnadeln will der Arzt den Energiefluss auf körperlicher Ebene wieder in einen harmonischen Fluss bringen, und so zur Genesung beitragen. Auch die westliche Medizin hat sich aufgrund der Erfolgsmeldungen aus östlichen Ländern mit der Akupunktur befasst und ihre Wirkungen mit westlich naturwissenschaftlichen Fakten erklärt.

Vereinfacht ausgedrückt kann man dies etwa so erklären:
Das Eindringen eines spitzen Gegenstandes in den Körper stellt meist eine akute oftmals lebensbedrohliche Bedrohung für den Körper dar. Bei der Akupunktur wird dieser Reiz jedoch nur mit ganz feinen ungefährlichen Akupunkturnadeln ausgeübt, die keine vitale Bedrohung für den Körper darstellen. Dennoch werden Mechanismen der Schmerzverarbeitung, Wiederstandsfähigkeit, psychischen Stabilität und Wundheilung ausgelöst und bei wiederholter Anwendung sozusagen trainiert. Dabei wird die körpereigene Cortisonproduktion erhöht was der Entzündungs- und Allergiehemmung sowie der allgemeinen Leistungssteigerung dient. Darüber hinaus wird die körpereigene Opiatproduktion angeregt, was der Schmerzreduzierung und der Entspannung des Nervensystems dient. Auch die Bildung von Serotonin und weiteren antidepressiven Substanzen, die salopp als "Glückshormone" bezeichnet werden, wird gesteigert.

Dies macht die Akupunktur zu einer Therapie, die bei den verschiedensten Beschwerden und Krankheiten wesentliche unterstützende Selbstheilungsvorgänge in Gang setzen kann.