24. Mar 2017     |    Kontakt    |    Impressum    |    Sitemap    |    Druckversion    |     

Schüssler Salze


Geschrieben von: Peter Jennrich  

Seit über 130 Jahren hat sich die Therapie mit homöopathisch verdünnten Mineralverbindungen bewährt, die von dem deutschen Arzt Dr. Wilhelm Schüßler (1821-1898) begründet wurde. Sie entstand aus dem Bestreben eine einfache und wirksame Möglichkeit zur Behandlung kranker Menschen zu entwickeln. Die Erkenntnis, dass der Verlust der Zelle an Mineralsalzen zur Krankheit führt geht auf den  Physiologen  J. Moleschott zurück. Aufgrund eigener Forschungen kam Dr. Schüßler zunächst zu dem Schluss , dass 11   Mineralverbindungen die Grundbausteine des menschlichen Körpers sind. Es sind die Substanzen, die in der Asche nach dem Verbrennen des Körpers zurück bleiben. Später entdeckte Schüßler noch ein weiteres, sein 12. Mittel. Aus diesen 12 Mineralverbindungen setzt sich die Biochemie nach Dr. Schüßler zusammen. Sie werden als die biochemischen Funktionsmittel bezeichnet. Nach dem Tod von Dr. Schüßler wurden im Laufe der Zeit  weitere Mineralstoffe im Blut und Gewebe des lebenden Menschen entdeckt, die als 12 Ergänzungsmittel bezeichnet werden.
Lösungsansatz zur Weltgesundheit

Welche Bedeutung für die Weltgesundheit  die Therapie nach Dr. Schüßler haben kann, darauf geht Dr. med. Jochen Schleimer in seinem Buch „Salze des Lebens“  ausführlich ein.  Er beschreibt darin ausführlich die Anwendungen der Schüßler Salze durch den Inder B.S. Darbari, der Rechtsanwalt am obersten Gerichtshof  in Indien war. Sein ausgeprägtes soziales Engagement führte dazu, dass er über 200.000 Menschen in 55 Jahren kostenlos medizinisch behandelte. Dies war ihm möglich, weil er während seines Studiums zunächst die Homöopathie und später die Biochemie nach Schüßler kennen lernte. Diese schien ihm aufgrund ihrer einfachen Handhabung der komplexeren Homöopathie mit ihren vielen im Einzelfall jeweils neu zu wählenden Mittel überlegen. Als Volksmedizin für die Behandlung vieler armer und kranker Menschen entwickelte er im Laufe seiner Tätigkeit Kombinationen von Schüßler-Salzen für die verschiedensten zum Teil sehr schweren Erkrankungen.

Diese Mischungen – so schreibt Schleimer – haben sich in Indien unter ungünstigsten hygienischen Verhältnissen bei schwersten Erkrankungen ( einschließlich Pest, Pocken, Cholera) millionenfach bewährt .  Dr. Schleimer hat diese Mischungen überprüft und ebenfalls die von Darbari beschriebenen Erfolge erzielt. Er kommt zu dem Ergebnis, dass das biochemische System von B.S. Darbari ein Lösungsansatz zur Weltgesundheitsfrage zu sein scheint.  Es wäre begrüßenswert und fortschrittlich, wenn die medizinische Hilfe für die ärmeren Ländern um solche einfachen und doch oft hilfreichen Möglichkeiten  erweitert würde. Ein großer Vorteil liegt dabei darin, dass auch gut ausgebildete Laien und entsprechend geschulte medizinische Hilfskräfte in der Lage sein könnten mit den relativ einfach anzuwendenden biochemischen Funktionsmitteln Leiden zu lindern.
Die biochemischen Funktionsmittel

Es erfolgt nur eine kurze und damit zwangsläufig auch unvollständige Beschreibung der einzelnen Mittel, wie sie von Dr. Schüßler und später auch von anderen Autoren gegeben wurden. Für den interessierten Leser gelten die Literaturempfehlungen am Ende. Dr. Schüßler schreibt in seinem Standardwerk  „Einen abgekürzte Therapie“  auf Seite 11: „Auf Grund der oben angegebenen quantitativen Verhältnisse  der Zellensalze möge jeder Arzt, der biochemische Mittel anwenden will, nach seinem Ermessen die Dosis wählen.“ Die von Dr. Schüßler bevorzugten Dezimal-Potenzen sind im folgenden für jedes Mittel angegeben.
B.S. Darbari verwandte hingegen oft die Potenz D3 und selten die D12 bei den Salzen Nr.1,
Nr.3 und Nr. 11 .

Nr. 1 : Calcium fluoratum D12
Calcium fluoratum ist Bestandteil der Hautzellen, der elastischen Fasern sowie der Knochen und des Zahnschmelzes. Ein Mangel an Calcium fluor. kann zur Erschlaffung der Gewebeelastizität und Spannkraft führen . Dies kann zu lockeren Zähnen führen, zu erschlafften Venen (=Krampfadern, Hämorrhoiden), zu Organsenkungen (Magen , Darm, Gebärmutter, Harnblase) sowie zu Knochen- und Gelenksschäden.

Nr. 2 : Calcium phosphoricum D6
Calcium phosphoricum ist  bei der Zellerneuerung notwendig und findet sich deshalb in allen Körperzellen, vor  allem aber in den Knochenzellen und Zähnen.  Während Calc. fluoratum vor allem die äußeren Hüllen von Knochen und Zähnen bildet, ist Calcium phosphoricum für den inneren Aufbau zuständig.  Ein Mangel an Calc. phosphoricum führt zu Störungen der Knochenbildung sowie zu Störungen der Zellerneuerung, die  gerade bei erhöhter Leistung oder nach schweren Krankheiten und Operationen besonders beansprucht wird.

Nr. 3 : Ferrum phosphoricum D12
Es findet sich in den roten Blutkörperchen, in den Muskelzellen, sowie in den  Darmzotten und der Darmwand. Als Hauptbestandteil des roten Blutfarbstoffes ist es für die Bindung und den Transport von Sauerstoff im Körper verantwortlich.
Ferrum phosph. ist ein wichtiges biochemisches  Mittel bei Entzündungen , Muskelkater und erhöhter Muskelbeanspruchung, Schmerzen und frischen Wunden.

Nr. 4 : Kalium chloratum D6
Kalium chloratum fügt Eiweißbausteine zu Fasern zusammen,  kann chemische Gifte binden und ist von Bedeutung als Betriebsstoff für die Drüsen im Körper .
Außerdem ist es das  zweite biochemische Entzündungsmittel, das eingesetzt wird wenn das Anfangsstadium vorüber ist, und sich eine Entzündung im Körper festzusetzen beginnt.

Nr. 5 Kalium phosphoricum D6
Kalium phosphoricum ist das „Powermittel“, das für die Leistungsfähigkeit des Körpers wichtig ist. Es findet sich in Gehirn und Nerven, in Muskeln und Blut. Darüber hinaus ist es ein Mittel zur Toxinbildung bei Infektionen und wird bei hohem Fieber eingesetzt.

Nr. 6:  Kalium sulfuricum D6
Kalium sulfuricum übermittelt die Sauerstoffaufnahme in die Zelle. Es befindet sich in den oberen Hautzellen  und Muskeln. Fehlt es, so  entstehen Abstoßungen der Zellen und der Haut. Es ist das biochemische Mittel für das chronische Entzündungsstadium und wichtig für die Pigmentierung der Haut sowie für die Funktion der  Bauchspeicheldrüse.

Nr. 7: Magnesium phosphoricum D6
Die „heiße 7“ ist wohl die bekannteste Anwendung von Schüßler Salzen und bezeichnet die Einnahme von 10 Tabletten Magnesium phos. D6 in 1 Tasse heißem Wasser aufgelöst als Sofortmassnahme bei Beschwerden, die durch Muskelkrämpfe ausgelöst werden. Dazu können Wadenkrämpfe, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen , Regelbeschwerden, Herzbeschwerden und Rückenschmerzen zählen.  Magnesium phos. befindet sich in den Muskeln, in  Nerven, Gehirn und Rückenmark, in Knochen Zähnen und Blutkörperchen.

Nr. 8 : Natrium chloratum (muriaticum) D6
Natrium chloratum befindet sich zum Großteil in der Extrazellular-Flüßigkeit, sowie in Knochen, Knorpelgewebe, Magen und Nieren. Natrium chlor. reguliert den Flüssigkeitshaushalt im Körper und hat Einfluss auf den Säure-Basen Haushalt des Extrazellulärraumes. Ferner vermag es Gifte zu binden, z.B. nach Insektenstichen.

Nr. 9 : Natrium phosphoricum D6
Die Nummer 9 der „Schüßler-Salze“ spielt eine wichtige Rolle im Säure-Basen-Haushalt. Dort hat es die Aufgabe Milchsäure, die im Körper durch Muskeltätigkeit entsteht zu Kohlensäure abzubauen, damit sie über die Lunge abgeatmet werden kann. Ferner unterstützt es das Lymphsystem bei der Entgiftung von Abbauprodukten die aus Zucker und Milchprodukten entstehen und  das Lymphsystem belasten und unterstützt die Neutralisation von überschüssiger Magensäure. Weitere Aufgaben besitzt Natr. phosphoricum in den roten Blutkörperchen, Nerven- und Gehirnzellen .

Nr. 10: Natrium sulfuricum D6
Das homöopathische Glaubersalz dient der Ausscheidung von Giftstoffen durch die Anregung der Niere, der Galle und Bauchspeicheldrüse sowie des Darmes.

Nr. 11: Silicea D12
Stimuliert das Bindegewebe und steigert die aufnehmende („entgiftende“)  Tätigkeit des Lymphsystems.

Nr. 12: Calcium sulfuricum D6
Es ist das Mittel bei chronischen Eiterungen, findet sich in Galle und Leber und aktiviert den Mesenchymstoffwechsel.


Die Darlegungen zu den biochemischen Funktionsmitteln nach Dr. Schüßler soll natürlich niemanden abhalten einen Arzt aufzusuchen, wenn ärztliche Hilfe benötigt wird.
Ein Schwerpunkt der Schüßler` schen Biochemie  liegt in der  Gesundheitspflege auch gesunder Menschen, was sonst leider in der Krankenbehandlung oft zu kurz kommt.