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Vitamin C und Krebs

Geschrieben von: Esther Trottmann  

Hochdosiertes Vitamin C tötet Krebszellen


Vitamin C ist in unserem Körper an einer Vielzahl von Stoffwechselprozessen beteiligt. Zu nennen sind unter anderem: die Abwehrstärkung und Immunstimulation, das Nerven- und Hormonsystem, die Anregung der körpereigenen Entgiftungsmechanismen, die Regulation des Fettstoffwechsels, die Bildung und Funktionserhaltung von Knochen und Bindegewebe sowie die Beschleunigung der Wundheilung. Vitamin C ist darüber hinaus der wichtigste Radikalenfänger im menschlichen Körper und spielt eine entscheidende Rolle z.B. bei entzündlichen Erkrankungen und Strahlenbelastung.

„Die Ärzte-Zeitung“ berichtete am 14.09.2005 ebenso wie „Spiegel online“ am 13.09.2005 und die „FAZ“ am 18.09.2005 von den Ergebnissen einer amerikanischen Studie des „National Institutes of Health“ in Bethesda/USA : dort wurde an Zellkulturen die krebsabtötende Wirkung von hochdosiertem Vitamin C nachgewiesen. Die Wissenschaftler untersuchten die Wirkung von Ascorbinsäure an zehn Krebszelllinien und vier Kulturen gesunder Körperzellen. Das Ergebnis war eindeutig:

Das Vitamin C tötete gezielt die Krebszellen ab, während die gesunden Zellen nicht geschädigt wurden!

Damit die Tumorzellen tatsächlich abstarben, musste Vitamin C jedoch in sehr hohen Konzentrationen von 8-10g verabreicht werden, wie sie nur durch eine Infusion direkt in die Vene erreicht werden können. Die Ascorbinsäure führt zur Bildung von Wasserstoffperoxid, welches den Tod der Krebszellen verursachte, stellten die Forscher weiter fest. Wasserstoffperoxid entstand dabei jedoch nur in der unmittelbaren Umgebung de Zellen und nicht im Blut. Das Blut sei deshalb ein ideales Transportmittel, mit dem intravenös verabreichte Ascorbinsäure zu den verschiedenen Geweben befördert werden könne, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (Bd. 1202, S.13604). Zudem könnte die Ascorbinsäure auch für die Behandlung von Infektionskrankheiten verwendet werden, denn Wasserstoffperoxid spielt im Immunsystem eine wichtige Rolle in der Abwehr von Bakterien und Viren.
Zusammenfassend sind die Ergebnisse der o.g. Studie aus folgenden Gründen wichtig:

    Sie bestätigt Ergebnisse früherer in vitro Studien, dass Vitamin C Tumorzellen zerstören kann.
    Sie zeigt klar, dass Vitamin C diese Wirkung nur in hohen Konzentrationen zeigt, die nur über die parenterale Gabe möglich sind.
    Sie zeigt klar, dass Vitamin C für Tumorzellen toxisch, für normale Zellen aber harmlos ist.
    Sie zeigt, das Vitamin C Tumorzellen durch Herstellung von Wasserstoffperoxid im extrazellulären Raum zerstört.
    Sie zeigt, dass Vitamin C kein Wasserstoffperoxid im Blut generiert.
    Die Autoren schließen daraus, dass die Generierung von Wasserstoffperoxid durch den parenteralen Einsatz von hoch dosiertem Vitamin C auch die Behandlung von Infektionen unterstützt.

In der Onkologie gibt es somit drei interessante Bereiche für den Einsatz von Vitamin C Infusionen:

    Abschwächung der toxischen Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapie
    Verstärkung der Chemotherapie, was eine Reduzierung des Chemotherapeutikums ermöglich könnte.
    Direkte tumortoxische Wirkung von Vitamin C selbst (in Grammmengen).


(Qi Chen, Michael Graham Espey, Murali C. Krishna, James B. Mitchell, Christopher P. Corpe, Garry R. Buettner, Emily Shacter and Mark Levine: Pharmacologic ascorbic acid concentrations selectively kill cancer cells: Action as a pro-drug to deliver hydrogen peroxide to tissues)