12. Dec 2017     |    Kontakt    |    Impressum    |    Sitemap    |    Druckversion    |     

Irisdiagnose

Geschrieben von: Peter Jennrich  

Die Irisdiagnose ermöglicht - nach Aussage verschiedender Irisdiagnostiker- eine individuelle Behandlung des Patienten. Dies beruht auf der Erfahrungsheilkunde. Da die Iris körperliche und seelische Aspekte des jeweiligen Menschen widerspiegelt, ist sie Ausdruck des Inividuums, ähnlich wie ein Fingerabdruck.
Historische Grundlagen

Die Beobachtung der Veränderungen am Auge und seiner Umgebung ist so alt wie Menschen einander angesehen haben. In der alten chinesischen Medizin finden sich Hinweise darauf, ebenso wie bei Hippokrates, der sagte, dass man den Charakter des Menschen aus den Augen erkenne.
Die erste Schrift der Neuzeit, in der auf die Zeichen in der Iris und ihre Bedeutung  für die Erkennung von Krankheiten hingewiesen wird, stammt  von dem aus Coburg stammenden Philippus Meyen. Dieser gab 1670 in Dresden sein Buch „CHIROMANTIA MEDICA“ heraus. Zur Diagnostik aus dem Auge macht Meyen im 5. Kapitel folgende, hier im Auszug wiedergegebene Angaben:

„Wenn man betrachten will in welchem Teil des Leibes die Unpässlichkeit sein soll muss man die Augen in vier Teile aufteilen. Der obersten Teil hat den Kopf.

Weil nun der Magen in ihm eine große Verwandniss werden alle Krankheiten aus dem Magen herrührend inwendig in den Augen gefunden.

Die rechte Seite der Augen zeigt den Zustand aller Gliedmaßen welche inwendig im Leib auf der rechten Seite liegen, als die Leber, die rechte Brust und das Geäder.

Auf der linken Seite der Augen können alle Gliedmaßen  so auf der linken Seiten inwendig liegen als des Hertzens, der linken Brust, die Milz und das kleine Geäder (gefunden werden)  Desgleichen können alle Krankheiten, die von Herzen kommen hier gefunden werden, absonderliche Mattigkeit des Herzens oder Ohnmacht.“

Im Jahre 1695 erschien in Nürnberg eine Arbeit von Siegmund Eltholtz und in Göttingen im Jahre 1786 eine Dissertation von Christian Haertels mit dem Titel „De oculo et signo“.
Im Jahre 1724 geht der chinesische Kaiser Chen Lung in einem Buch auf die Bedeutung des Auges bei der Erkennung von Krankheiten ein.
Wenn auch dem Auge schon in alten Zeiten eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet wurde, so beziehen sich diese Arbeiten doch mehr auf die Semiotik, d.h. auf die Ganzheitsschau, die sich aus Harn-, Hand-, Nagel- und Antlitzdiagnose zusammensetzt. Diese wird heute weder an einer Hochschule gelehrt, noch ist — mit Ausnahme der Harnschau — irgend etwas davon in den Kreisen der Hochschulmedizin auch nur zum mindesten bekannt oder gar anerkannt. Es ist aber gut. sich daran zu erinnern, dass alle diese Methoden bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinein ganz offiziell von den Ärzten zur Diagnosestellung her angezogen wurden.
Die Revolution der Irisdiagnose

Der Mann, dem wir die Augendiagnose in der heutigen Form verdanken, ist der praktische Arzt Dr. med. Ignaz von Péczely aus Budapest (l826—l9ll).

Mit der Arbeit: „Entdeckungen auf dem Gebiet der Naturheilkunde. Anleitung zum Studium der Diagnose aus dem Auge“ stellte er seine seit 20 Jahren ausgeübte und erprobte Methode im Juli 1880 als Broschüre in deutscher Sprache der Öffentlichkeit vor. Péczely lehrte, dass bestimmte Zeichen in der Iris mit Organerkrankungen im Zusammenhang stehen und aus der Lokalisation eines solchen Zeichens in der Iris auf Erkrankungen des entsprechenden Organs geschlossen werden kann. Er erstellte eine ausführliche Topographie, in der die Reflexzonen der inneren Organe, Muskeln, Knochen und des Nervensystems eingezeichnet waren.

Péczely inspirierte direkt und indirekt viele Irisdiagnostiker, die als Ganzes gesehen, die Entwicklung der Irisdiagnose bis heute prägen. Er fand großen Anklang in Deutschland, das zu dem bedeutendsten Land in der Erforschung und Anwendung der Irisdiagnose wurde. Mehrere naturheilkundliche Arzneimittel-Firmen haben ihre Entstehung direkt dem Einfluss der Irisdiagnose zu verdanken. Dazu zählen die heute bekannten Firmen PASCOE, MADAUS und TRUW.  Auch in Schweden, England, Frankreich Österreich, in der Schweiz und den USA, Spanien und Norwegen , nahmen sich Ärzte und andere naturwissenschaftlich Interessierte der Irisdiagnose erfolgreich an.
Die Entstehung der Iriszeichen

Die Frage nach der Entstehung der Iriszeichen ist eine der wichtigsten auf dem Gebiet der Augendiagnose. Lange Zeit wurde die Irisdiagnose abgelehnt, weil man nicht erklären konnte welcher Zusammenhang zwischen dem Auge und dem Körper besteht.
Erst die wissenschaftlichen Arbeiten von Dr. W. Lang von der Universität Heidelberg konnte diese Frage klären. Es gelang ihm 1954 den Beweis zu erbringen, dass Nervenverbindungen von allen Teilen des Körpers zur Iris bestehen. In seinem Buch legt Lang dar, dass am Entstehen der Iriszeichen das Vorderseitenstrangsystem- ein spezieller Bereich des Rückenmarks - beteiligt ist.

Der Verlauf der Nervenfasern, die aus den Körperorganen kommen und über das Rückenmark in die Iris weitergeleitet werden, erfolgt nach Segmenten geordnet- wie es bereits Dr. v. Péczely beschrieben hat.  Auf diese Weise wird die Störung eines Organes - zum Beispiel durch eine unbemerkte Entzündung – über das vegetative Nervensystem erfasst. Diese Reizung des Nervensystems führt zu vielfältigen Veränderungen im Körper. Sie wird über Rückenmarksfasern weitergeleitet und verändert die Struktur der Iris.  Obwohl durch diese Arbeiten von Dr. Lang die Erklärung für die Entstehung der Iriszeichen gegeben wurde, lässt die wissenschaftliche Anerkennung der Irisdiagnose bislang noch auf sich warten.
Die Rückbildung der Iriszeichen

Die Frage nach der Entstehung eines Zeichens enthält zugleich die Frage, ob es sich nach der Besserung des Zustandes verändert oder ob es verschwindet.
Wenn ein Patient seinem subjektiven Empfinden nach von einer Besserung spricht, ist damit noch nicht erwiesen, dass die Erkrankung geheilt ist. Eine Entzündung kann z. B. auch dann weiter bestehen, wenn der Patient keinen Entzündungsschmerz mehr empfindet. Das Entzündungszeichen in der Iris bleibt also bestehen, und zwar so lange, bis die Entzündung beseitigt ist. Da Reizzustände im Bindegewebe (Mesenchym) mit einer Entzündung gleichzusetzen sind,  bleiben Entzündungszeichen in der Iris bei Bindegewebsbelastungen  entsprechend lange bestehen bleiben. Gründe für Bindegewebs- belastungen sind durchgemachte, nicht ganz ausgeheilte Entzündungen, eine sehr eiweißreiche Ernährung („Eiweißmast“), Reste chemischer Medikamente, Schwermetalle , Umweltchemikalien und weitere belastende Faktoren, die zu einem Reizzustand des Bindegewebes und der Iris führen. 
Andere genetisch angelegte Iriszeichen bestehen bleiben lebenslang bestehen und können sich lediglich in Form und Größe ein wenig verändern.
Die Chance der Irisdiagnose

Die genetisch angelegten Iriszeichen bieten dem erfahrenen Diagniostker die besondere Chance eine vorbeugende Lebensweise, Ernährung,  und gegebenenfalls medikamentöse und naturheilkundliche Behandlung gezielt zur individuellen Krankheitsvorbeugung und Gesunderhaltung durchzuführen.



Untermenü